Medienentwicklungsplanung – MEP

Digitale Medien sind aus unserer Zeit nicht mehr wegzudenken. Vor diesem Hintergrund und mit der Perspektive des Digitalpakts für Schulen rückt Medienbildung verstärkt in den Fokus.

Nur ein paar neue interaktive Whiteboards oder etwas schnelleres WLAN verändern noch nicht die digitale Bildung einer Schule. Zur Entwicklung der Medienkompetenzen bei Schülern und Lehrern gehört ein Gesamtkonzept.

Eine umfassende, nachhaltige und strukturierte Medienbildung  benötigt eine Medienentwicklungsplanung (MEP). Diese sollte verbindlich sein und stets aktualisiert werden.

Welche Vorüberlegungen gibt es?

  • Wo stehen wir jetzt?
  • Wo wollen wir hin?
  • Was sind unsere Bedürfnisse?

Wofür brauchen wir einen Medienentwicklungsplan?

  • Umsetzung der Vorgaben des Basiscurriculums Medienbildung
  • als Voraussetzung, um eine Unterstützung durch den Digitalpakt zu erhalten
  • Schüler*innen auf den Umgang/ Reflexion mit Medien vorbereiten (Medienkompetenzen)
  • Aufnahme eines Lebensweltbezugs der Schüler*innen
  • Jeder im Kollegium weiß, worauf man in den Fächern Bezug nehmen kann bzw. was andere Fächer zu welchem Zeitpunkt schon eingeführt, besprochen oder vertieft haben.
    • Verbindlichkeiten und Verantwortlichkeiten festlegen
    • festgelegte Strukturen
    • Einheitliches Vorgehen im Kollegium
  • Individuelle Lernfortschritte von Schüler*innen dokumentieren
  • medial unterstütztes binnendifferenziertes und kollaboratives Arbeiten der Schüler*innen

Aus welchen Teilen besteht ein Medienentwicklungsplan?

1) Ein Medienbildungskonzept

Hierfür maßgeblich sind Vorgaben des jeweiligen Kultusministeriums, in Berlin/Brandenburg ist hier vor allem das Basiscurriculum Medienbildung (BCM) zu benennen.

Auf individueller Schulebene ist der Kern das schulinterne Curriculum (SchiC). Hier sollte Medienbildung so eingeplant sein, dass sie aufbauend konzipiert ist und jahrgangs- und fächerübergreifend erfolgt. Jedes Fach hat eine Mitverantwortung bei einer umfassenden und nachhaltigen Medienbildung. Die Inhalte des BCM sollten sich in den SchiCs wiederfinden. Eine übersichtliche Fächermatrix ist hier sinnvoll.

Aus den SchiCs kann dann für den MEP abgeleitet werden, was für eine Umsetzung benötigt wird (Medien, Schwerpunkte, Kompetenzen,…).

2) Ein Fortbildungskonzept

Welche (Medien-)Kompetenzen und Ressourcen sind in einem Kollegium vorhanden? Welcher Bedarf an zu erwerbendem Wissen besteht, um Medienbildung umsetzen zu können?

Wie umfassend ist die Kenntnis des BCM? Sind Inhalte durchdrungen? Wird das Konzept der SchiCs verstanden?

3) Ein Ausstattungskonzept

Was ist bereits vorhanden und was wird benötigt?

Welche Anschaffungen und weiteren Ressourcen zur Umsetzung des Medienbildungskonzepts sind notwendig?

    • Geräte bzw. Equipment
    • Infrastruktur, vorhandene/mögliche/gewünschte Bandbreite
    • Anschlüsse
    • Organisation der Wartung der Geräte
    • Trennung Verwaltungsnetz – pädagogisches Netz
    • Datenschutz

Welche Schritte sind für einen Medienentwicklungsplan notwendig?

Ermittlung des Status quo

Zunächst sollte der Status quo erhoben werden: Stand des SchiCs im Hinblick auf Medienbildung, Medienkompetenz des Kollegiums, Ausstattung.

Welche Aspekte helfen bei der Ermittlung des Status quo für die weitere Planung?

  • Befragung der SuS und LuL
  • An welchen Stellen/in welchen Fächern wird das BCM bereits sinnvoll umgesetzt?
  • Aufnahme von Wünschen und Bedarfen
  • Teamzusammenstellung, um einen MEP zu entwickeln
  • aktuelle Studien ansehen, um Erkenntnisse zu gewinnen und Ableitungen vornehmen zu können
  • Kontakt zum Schulträger aufnehmen: Haushaltsgeldplanung; Voraussetzungen in Erfahrung bringen, um Unterstützung durch den Digitalpakt zu erhalten

Umsetzung

Im nächsten Schritt erfolgt die sukzessive Umsetzung: curriculares Medienkonzept mit einer übersichtlichen Fächermatrix zur Medienbildung, Planung und Durchführung von Fortbildungen, Ausbau der Infrastruktur/Erwerb von Geräten.

Wichtige Aspekte in diesem Zusammenhang:

  • Das BCM beginnt erst nach einer technischen Basisausbildung (ITG), die in das schulinterne Medienkonzept aufgenommen werden sollte.
    • anwendungstechnische Grundlagen legen: Umgang mit Schreibsoftware, Grundlagen der Präsentation und Online Recherche,…
  • Erstellung einer Fächermatrix für eine Übersichtlichkeit: Welche Kompetenzen werden in den jeweiligen Fächern vermittelt? Welche Kompetenzen und Kenntnisse in werden in  welcher Jahrgangstufe eingeführt/ vermittelt und aufgebaut?
  • Kontakt zum Schulträger aufnehmen,
  • die technische Kompetenz  der IT-Verantwortlichen nutzen  und diese für didaktische Belange sensibilisieren

Wer ist für die MEP verantwortlich bzw. wer kann diesen umsetzen?

Grundsätzlich sind alle in einer Schule für die Umsetzung des MEP verantwortlich. Damit die Entwicklung und Umsetzung strukturiert erfolgt und es eine breite Akzeptanz gibt, sollte am besten eine Steuergruppe eingerichtet werden.

Wer sollte in dieser Steuergruppe vertreten sein?

  • Schulleitung
  • IT-Vertreter*in vom Schulträger
  • Engagierte Lehrer*innen
  • der/die ITB
  • Fachleitungen
  • Datenschutzbeauftragte*r

Weiterhin sollten Konzepte der Gesamtkonferenz und Schulkonferenz vorgestellt und von diesen mitgetragen werden.

Welche Hemmnisse und Schwierigkeiten können auftreten?

  • Hardwarestrukturen sind nicht vorhanden bzw. die Infrastruktur fehlt
  • Technische Voraussetzungen fehlen
  • Support für die Geräte im Nachgang fehlt
  • fehlende Ansprechpartner in der Schule
  • Träger möchte keine Gelder bereit stellen
  • das Kollegium hat nicht genügend Bedien- und Benutzerkompetenz
  • das Kollegium hat Fortbildungsbedarf
  • Kolleg*innen verweigern die Arbeit mit neuen Medien
  • Digitale Schulbücher sind noch nicht alle so weit, dass digitale Binnendifferenzierung und digitale Leistungsfeststellung mit direkter Rückmeldung zur Verfügung stehen.

Was gehört zu einer sinnvollen IT-Ausstattung dazu?

  • Stabiles und schnelles Internet bzw. WLAN 
  • Glasfaseranschluss bis an das Schulgebäude (Fiber To The Home – FTTH)
  • Technische und funktionsfähige Geräte
  • Aufbewahrungs- und Zugangskonzept
  • Wartungskonzept

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