Influencer – schon als Kind Erfolg?

Was sind Influencer?

Das sind Leute, die im Internet Videos zeigen, in denen sie Produkte testen, (vermeintlich) persönliche Tipps geben und ihren Alltag vor Publikum vor der Kamera präsentieren. Plattformen sind Instagram, YouTube, TikTok und andere. Influencer wollen eine starke Präsenz im Internet erreichen. Haben Sie ein großes Publikum, haben sie Erfolg und nehmen oft Einfluss auf das Verhalten von besonders Kindern und Jugendlichen.

Influencer, die einen großen Zuschauerkreis (Abonnenten) haben, können damit viel Geld verdienen, z.B. verdiente Ryan Kaji (8 Jahre) letztes Jahr ca. 26 Millionen Dollar. Unternehmen bezahlen beliebte Influencer dafür, dass sie Werbung für eigene Produkte machen.

Kinder als Influencer?

Diese Kinder werden Kidfluencer genannt. Es gibt wenige, die sehr erfolgreich sind, aber das macht dies für viele andere so erstrebenswert bzw. nachahmenswert.

Meistens stehen die Eltern dahinter, die jedes kleine Erlebnis des Kindes auf Video festhalten und veröffentlichen. Eltern sind bis zum Alter von sieben Jahren rechtlich die Entscheidungsträger bezüglich der Veröffentlichung von Bildern und Videos ihres Kindes. Finanzielle Anreize klingen verlockend.

Welche Gefahren bestehen?

Die Privatsphäre der Kinder existiert quasi nicht mehr. Ihr ganzes Alltagsleben steht Millionen von Zuschauern im Netz zur Verfügung.

Eltern sollen die Persönlichkeit ihres Kindes schützen. Dies geschieht durch ungefragte Veröffentlichungen wohl eher selten. Zudem können Kinder die Tragweite noch nicht einschätzen. „Was bedeutet es, wenn Bilder und Videos von mir aus dem Kinderzimmer für immer im Netz kursieren?“ Eltern fehlt meist selbst das Wissen, die Folgen abzuschätzen.

Unklar ist ebenfalls meistens, dass Geschenke nur der Werbung dienen.

Eltern haben eventuell durch die Videoarbeit weniger Zeit für ihr Kind. Zudem ist Kinderarbeit verboten. Leider wird das Jugendarbeitsschutzgesetz im Internet meist nicht beachtet oder kontrolliert. Die UN-Kinderrechtskonvention wird ebensowenig bedacht.

Mobbing oder Cybergrooming kann ebenfalls eine Folge der Veröffentlichung privater Daten im Netz sein.

Was sollte man tun?

Bevor man Privates seiner Kinder ins Netz stellt, sollte man selbst darüber nachdenken und mit den Kindern sprechen. Sowohl positive als auch negative Folgen sollten erörtert werden.

Wenn eigene Kinder Kidfluencer toll finden, sollte man darüber sprechen, verstehen, was Kinder an ihnen bewundern und aufklären, was das bedeutet. Ebenfalls ist es hilfreich, Kindern zu erklären, dass Videos nicht immer der Wirklichkeit entsprechen.

 

Weitere Informationen: Schau-hin.info.

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